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Regulations -Verfahren

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Regulation – das Mikrostrom-Verfahren Teil 1 von 3

Der Einsatzbereich von Mikroströmen ist sehr vielfältig. Zum einen in der Schmerztherapie bewiesen und zum anderen im Bereich der Regulation sehr geschätzt. Vor einiger Zeit machte das Verfahren um Reself in der Mikrostromszene eine große Runde, welches das Konzept von Zirkulation, Ver- und Entsorgung und Zellsteuerung nutzt. Wir haben Ihnen hier das Konzept einmal näher aufbereitet.

Was steckt dahinter? Was ist noch übrig? Was macht Sinn daraus?

Wie können Sie als Anwender den Nutzen für Ihre tägliche Praxis gewinnen?

 

Wir haben Ihnen das Konzept zur Denkweise und der Elektrodenanlage in drei Teile aufgesplittet. Diese Teile werden nur kurzzeitig frei zugänglich sein und kurz nach Veröffentlichung des dritten Teiles in Form eines Ebooks erhältlich sein.

reself-anwendung

Die Grundlagen

An erster Stelle steht die Fragen: “Welche Zellen sind freiwillig krank”. Auf dieser Fragestellung baut das gesamt Konzept auf. Die Erklärung darauf ist, dass unterstellt wird, dass jede Zelle im menschlichen Körper grundsätzlich physiologisch sein ‘will’.  Auf Basis des Gesetzes von Ursache Wirkung, wird damit erklärt, dass wenn eine Zelle oder Zellverband nicht richtig arbeitet, immer eine Ursache für die jeweilige Wirkung (hier wird ein Symptom oder eine Indikation spekuliert) verantwortlich sein muss.

Was ist die Ursache einer Störung? – Daraus abgeleitet geht es in dem Regulations-Konzept darum, die Ursachen zu:

  • suchen,
  • identifizieren
  • und zu therapieren.

Die Regulationsmechanismen der Zellen

Unsere Zellen unterliegen grundsätzlich bestimmten Regulationsmechanismen. Nehmen wir als Beispiel das Osmotische-Druckverhältnis. Dieses sorgt dafür, dass durch den Effekt der Diffusion Flüssigkeit und darin gelöste Teilchen über eine semipermeable Membran, in dem Fall die Zellmembran, hindurch diffundieren können. Das ist eine Grundbedingung um die Regulationsfähigkeit von Zellen sicherzustellen. Sind diese Grundbedingungen nicht ausreichend, kann eine Störung der Zellregulation entstehen mit der Folge, dass Beschwerden oder Symptomatik auftreten können.

Eine Regulationsstörung entspricht somit z.B. einem schmerzlichen Zustand.

Im Konzept werden die Grundbedingungen in drei Bereich aufgeteilt:

  1. Ver- und Entsorgung mit Nährstoffen bzw. Abfallstoffen
  2. Bereitstellung von ausreichender Energie
  3. Koordination der Abläufe, die Zellsteuerung

Wenn diese drei Bedingungen erfüllt sind, gibt es keine Ursache für einen krankhaften Zustand im Gewebe.

Das Konzept sagt von sich selbst, dass es genau an diesen drei Grundbedingungen ansetzt. Es soll ein gesundheitsunterstützendes Konzept sein, dass dafür sorgt einen gesunden Zustand der Zellen zu erreichen. Bedenkt man dieses, ist der Einsatzbereich des Konzeptes sehr groß. Es geht im Grunde darum, das Mileu des Gewebes zu verbessern, die Versorgung mit Nährstoffen sicherzustellen, Schlackenstoffe zu entsorgen und die Energieproduktion aufrecht zu erhalten.

Die Einsatzbereiche sind daher z.B. vegetative Störungen, akute und chronische Schmerzen, Beckenschiefstand, Arthrose, Arthritis und Fibromyalgie.

 

Herleitung zur Mikrostromtherapie

Die Mikrostromtherapie bezieht sich auf alle der drei oben genannten Regulationsmechanismen. Mikrostrom hat die Eigenschaft die ATP Produktion um bis zu 500% zu erhöhen, was somit auf die die Energiebereitstellung in den Zellen einen Einfluss hat. Weiter wird der der Membrantransport um bis zu 40 % verbessert und die Proteinsynthese um bis zu 70 %. (CHENG, 1982)

Im Konzept der Regulations-Anwendung wird großen Wert auf die jeweilige Stromflussrichtung im Gewebe gelegt. Aus diesem Grund möchten an dieser Stelle einmal näher auf den Stromfluss eingehen:

stromfluss-mikrostromtherapie

Wenn Sie mit einem ‚vernünftigen‘ Mikrostromgerät arbeiten handelt es sich bei der Modulation des Stroms um einen gepulsten Gleichstrom mit veränderbaren Rechteckimpulsen. Die Stromstärke beträgt max. 500 µA und die Spannung des Gerätes max. 60 Volt.

Die Besondere Charakteristik eines ‚vernünftigen‘ Mikrostromgerätes ist, dass es über mindestens zwei, wenn nicht gar vier voneinander getrennte Kanäle verfügt. Diese Trennung stellt sicher, dass die jeweiligen Pole des Therapiekanales immer nur Ihrem jeweiligen Gegenpol ‚kommunizieren‘. Also, dass nur zwischen diesen beiden Polen ein Elektronenfluss zustande kommt. Es sollen somit KEINE Interferenzen zwischen den Kanälen auftreten.

Der Strom (negativ geladene Elektronen), bei Gleichstrom fließt grundsätzlich immer von der Kathode, dem negativ geladenen Pol, zur Anode, dem positiv geladenen Pol. Das wird auch als die technische Stromflussrichtung bezeichnet. Nun ist es bei den ‚vernünftigen‘ Mikrostromgeräte jedoch so, dass sich die Polarität der Kanäle ändern kann je nach ausgewählter Indikation oder bei den aller neuesten Geräten wird diese sogar an dem jeweiligen Widerstandswert im Gewebe automatisch eingestellt.

Aus diesem Grund ist wichtig zu wissen, wie denn eigentlich die jeweiligen Programme der Geräte arbeiten, sofern diese Ihre Polarität und damit die Stromflussrichtung nicht automatische einstellen.

Denn wie im nächsten Teil dargestellt, kann, muss aber nicht zwangsläufig die Anlage der Klebeelektroden einen Einfluss auf die Stromflussrichtung und damit auf das Ergebnis der Therapie haben.

Physiologische Energie- Stromflussrichtung

Nach Becker ist der menschliche Körper zu seiner Körpermitte hin positiv polarisiert und zu den Extremitäten negativ polarisiert. (Becker, 1985) Damit wäre eine Erklärung geschaffen, warum bei der Anlage der Klebeelektroden, die korrekt Wahl von Anode und Kathode wichtig ist.

Im Regulations-Konzept geht es jedoch scheinbar auch um die Energieflussrichtung aus dem Bereich der traditionell chinesischen Medizin. Aus dieser Betrachtungsweise heraus beschreibt Starwyn in seinem Buch ‚Microcurrent Electro-Acupuncture‘, dass die positiv geladenen Anode zur Wirbelsäule hin platziert werden soll. Diese Elektrode ist die Schwarze. (Starwyn, 2002, S. 95)

reself-mikrostrom-stromfluss

In der Abbildung sehen Sie, wie Sie nach diesem Konzept die Anlage der Anode und Kathode vornehmen sollen. Bei ventral applizierten Elektroden, soll die Anode, also die Rote, von der Körpermitte aus gesehen proximal appliziert werden und die Kathode, also die Schwarze, von der Körpermitte aus gesehen distal.

Der Rumpf bzw. die Körpermitte stellen eine weitere Grenze dar. Oberhalb der Körpermitte wird die Anode auf der dorsalen Seite proximal appliziert und auf der ventralen Seite kommt dem entsprechend die die Kathode. Unterhalb der Körpermitte wird die ventral die Anode angebracht und dorsal die Kathode.

mikrostrom-stromfluss-rumpf

Physiologischer Stromfluss an den unteren Extremitäten

Bei den unteren Extremitäten wird die Anode medial und Kathode lateral angelegt. Im Folgenden werden sich noch weitere Beispiele in Kombination zur Therapie von Beschwerden an den unteren Extremitäten dargestellt.

mikrostrom-extremitaeten

Physiologischer Stromfluss an den oberen Extremitäten

An den oberen Extremitäten wird die Anode von der Nullstellung aus lateral angelegt und die Kathode medial. Auch wird es im Folgenden noch Ergänzungen von weiteren Elektroden geben, je nach Indikations- bzw. Beschwerdegebiet.

mikrostrom-reself-arm

Physiologischer Stromfluss bei Therapien am Kopf

Ein wichtiger Hinweis vorab. Schauen Sie vor jeglichen Anwendungen am Kopf, der Karotis und dem Herzbereich in die Bedienungsanleitung Ihres Gerätes ob diese Anwendungen auch freigegeben sind!!!

Grundsätzlich wird bei der Anlage am Kopf die Katode proximal und die Anode distal appliziert. Es kann sich empfehlen, die Stirnpartie auf die Sie die Anode kleben zuvor mit etwas Hautdesinfektion zu entfetten, damit die Elektrode dort richtige halten kann. Bei der Wahl des Desinfektionsmittels, achten Sie ebenfalls auf Hinweise in der Gebrauchsanleitung Ihres Gerätes und auf die Anweisungen in der Anleitung der Klebeelektroden. Sie dürfen niemals Desinfektionsmittel oder Reinigungsmittel verwenden die nicht für das jeweilige Gerät freigegeben sind. Hierfür müssen die Hersteller spezielle Desinfektionsmitteltests durchführen.

energiefluss-kopf-reself-mikrostrom

Elektrodenanlage zur generellen Anregung des Gewebes – Die Zirkulationsanlage

Hintergrund der Zirkulationsanlage in der Regulations-Anwendung ist, dass durch die Verwendung von mindestens zwei Kanälen, bei denen die Pole in entgegengesetzter Richtung angeordnet werden, ein gegensätzlicher Elektroden- bzw. Ionenfluss entsteht, der das Gewebe zum Zirkulieren bringen soll. Bedenken Sie hierbei auch wieder, dass für diese Vorgehensweise es wichtig zu wissen ist, mit welcher Polarität Ihr jeweiliges Programm arbeitet. Es sei denn Sie verwenden in kybernetisches Verfahren, bei dem das Gewebe nach einem zuvor verlaufenden Scan, die jeweiligen Spannungspotentiale ermittelt und sich dann selbständig kalibriert.

zirkulation-mikrostrom

Erweiterte Interferenzanlage

Ziel dieser Elektrodenanlage ist es, dass sich die Ionenflüsse von mindesten zwei Kanälen an einem bestimmten Punkt kreuzen und darüber eine Interferenz erzeugen. Bevor wir auf die Elektrodenanlage im Speziellen eingehen, ist es wichtig zu wissen, was eine Interferenz eigentlich ist.

Bei einer Interferenz addieren oder subtrahieren sich zwei Wellen in einem Schnittpunkt. Das bedeutet konkret, dass der Frequenzbereich des einen Therapiekanals sich entweder um den Frequenzbereich des zweiten Therapiekanals ergänzt oder dieser den ersten Therapiekanal darum reduziert. Aus diesem Grund, sind bei den ‚guten‘ Geräten die Kanäle galvanisch getrennt um eben diesen Effekt nicht aufkommen zulassen! Denn überlegen Sie, Sie haben einen Kanal mit einer positiven Welle von + 10 Hz. Der zweite Kanal hat eine negative Welle von – 10 Hz. Was würde jetzt passieren? Die beiden Wellen gleichen sich aus und Sie haben somit keine Frequenz mehr in Ihrem Wirkungsbereich. Dies wird durch eine galvanische verhindert. Zumindest zu einem großen Teil. Durch eine kapazitive Aufladung des Gewebes sind geringe Interferenzen nicht gänzlich auszuschließen.

Was ist jetzt also die Wirkung einer sogenannten Interferenzanlage?

Ganz einfach: durch die entsprechende Anordnung der Klebeelektroden wird die Stromdichte an dem Kreuzungspunkt der beiden Kanäle beeinflusst. Diese kann somit erhöht oder verringert werden.

interferenzanalage-mikrostrom

Diese Form der Anlage lässt sich natürlich den jeweiligen Beschwerden sehr gut anpassen. Wichtig hierbei ist ein Verständnis für räumliches Denken. Dann können Sie diese Anlage, der scheinbaren Interferenz überall am Körper anwenden. Beachten Sie einfach das Grundprinzip: Wenn Sie z.B. die beiden Minuspole von jeweils zwei Kanälen näher zusammenlegen und die beiden Pluspole weiter auseinander, dann verändert sich der Schnittpunkt. Stellen Sie sich einfach zwei Linien vor. Die eine Linie geht von der Anode zu ihrer Kathode, am A-Kanal und am bei B-Kanal entsprechend auch. Ihr Wirkungsfeld ist genau dort, wo sich die beiden Linien treffen. Verschieben Sie nun die Elektroden, verschieben Sie auch ihr Wirkungsfeld.

Beispiele zum Verschieben des Wirkungsfeldes der Interferenzanlage im Reself-Konzept

reself-interferenz-medial

Ende des ersten Teils

Im nächsten Teil erfahren Sie mit welcher Grundanalge sie die Bewegung und den Schmerz zugleich beeinflussen können und das bereits innerhalb weniger Minuten.

 

Inhalte des Zweiten Teils:

  • B+S Anlagen, Bewegung und Schmerz – Die Zirkulationsanlage
  • Interferezanlage Fuß und Sprunggelenk
  • Interferezanlage Leiste
  • Interferenzanlage LWS
  • Interferenzanlage BWS
  • Interferenzanlage HWS
  • Erweiterte Interferenzanlage HWS
  • Erweiterte Interferenzanlage Schulter
  • Erweiterte Interferenzanlage Ellenbogen
  • Erweiterte Interferenzanlage Handgelenk

Inhalte des dritten Teils:

  • Anlagemöglichkeiten bei denen B+S und Erweiterte-Interferenz Anlagen gleichzeitig genutzt werden können.

 

 

Quellenverzeichnis

Becker, R. (1985). The Body Electricity. New York: Harper.

CHENG, N. (1982). Cheng N., 1982 The effect of electric currents on ATP generation, protein synthesis in rat skin., 171, 254–272.

Starwyn, D. (2002). Microcurrent Electro-Acupuncture. Phoenix, Arizona: Desert Heart Press.


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